Ist das der Trump-Effekt?USA bei deutschen Auswanderern immer unbeliebter

Die USA unter Präsident Trump verlieren für viele Deutsche an Reiz. Zumindest ist es für Auswanderer lange nicht mehr so attraktiv wie noch vor 20 Jahren. Aber auch nach Kanada zieht es weniger Deutsche. Dafür gewinnt ein anderes Land an Beliebtheit.
Die WM-Gastgeberländer USA und Kanada sind für Deutsche als Auswanderungsziel weniger beliebt als noch vor einigen Jahren. Im vergangenen Jahr zogen knapp 8900 Deutsche in die USA, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit sank die Zahl der deutschen Auswanderer in die USA mit Ausnahme der Corona-Jahre auf den tiefsten Stand der vergangenen 20 Jahre.
2005 hatten noch knapp 13.600 Deutsche ihren Wohnsitz dorthin verlegt. Die Zahl der Auswanderer in die USA lag im vergangenen Jahr damit gut ein Drittel (minus 35 Prozent) unter der von vor 20 Jahren.
Auch nach Kanada zieht es immer weniger Deutsche. Im vergangenen Jahr verlagerten gut 1800 Deutsche ihren Wohnsitz in das Land - weniger waren es in den vergangenen 20 Jahren nur in den Pandemie-Jahren 2020 und 2021. Im Vergleich zu 2005, als gut 3000 Deutsche nach Kanada übersiedelten, sank die Zahl der deutschen Auswanderer um 39 Prozent.
Mexiko gewinnt an Attraktivität
Das dritte WM-Gastgeberland Mexiko wird bei Deutschen hingegen beliebter. Dorthin zogen im vergangenen Jahr rund 800 Auswanderer - 20 Jahre zuvor waren es noch knapp 600. Der Anstieg betrug damit 43 Prozent.
Insgesamt lebten 2024 nach Angaben des United States Census Bureau knapp 519.200 Deutsche in den Vereinigten Staaten. In Kanada gab es laut Zensus 2021 rund 126.500 Deutsche, in Mexiko waren es im Jahr 2020 gut 7600.
Trotz des Rückgangs zählten die USA im vergangenen Jahr noch immer zu den beliebtesten Auswanderungszielen der Deutschen. Nur in die Nachbarländer Schweiz (22.700) und Österreich (13.500) sowie nach Spanien (9700) zog es mehr Deutsche.